Die Antioxidantien in Obst und Gemüse sind bekannt dafür, dass sie bei einer entzündungsbewussten Ernährung eine wichtige Rolle spielen können. Gerade bei Arthritis – besonders bei entzündlichen Formen wie rheumatoider Arthritis – lohnt sich ein genauer Blick auf die tägliche Versorgung mit frischen, pflanzlichen Lebensmitteln. Der Durchschnittsesser konsumiert in der Regel jedoch zu wenig von diesem „guten Zeug“. Eine wunderbare Möglichkeit, den Obst- und Gemüseanteil im Alltag zu erhöhen, ist das Entsaften. Karottensaft, Selleriesaft, lycopinreicher Tomatensaft und Rote Bete Saft sind echte Nährstoff-Lieferanten.
Vor allem Menschen, die zu wenig Obst und Gemüse zu sich nehmen, profitieren vom Entsaften. Frisch gepresste Säfte ersetzen zwar keine medizinische Behandlung und auch keine vollwertige Ernährung, können aber eine pflanzenbetonte, vitalstoffreiche Kost sinnvoll ergänzen.
Entsaften bei Arthritis
Lebensmittel haben einen Einfluss auf Entzündungsprozesse im Körper. Entzündungen stehen mit Arthritis in engem Zusammenhang. Vor allem frittierte, sehr süße und stark verarbeitete Lebensmittel können eine entzündungsfördernde Ernährung begünstigen. Andere Lebensmittel, wie Obst und Gemüse – optimalerweise frisch und möglichst wenig verarbeitet – passen dagegen ideal in eine entzündungsbewusste Ernährungsweise.
Entsaften ist eine gute Möglichkeit, den Körper mit Antioxidantien, Polyphenolen, Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen zu versorgen. Interessant sind zum Beispiel Anthocyane aus Beerenobst und Sauerkirschen, Carotinoide aus Karotten, Lycopin aus Tomaten, Betalaine aus Roter Bete oder Bromelain aus Ananas.
Auch das Körpergewicht spielt bei vielen Formen von Arthritis eine Rolle. Besonders bei Arthrose kann jedes Kilo weniger die Gelenke entlasten. Frisch gepresste, gemüsebetonte Säfte können dabei helfen, mehr frische Pflanzenkost in den Alltag zu bringen – wichtig ist jedoch, den Obst- und Zuckeranteil im Auge zu behalten.

Verhaltensregeln beim Entsaften bei Arthritis
Ein Nachteil frisch gepresster Säfte – vor allem bei Obstsäften – ist ihr natürlicher Zuckergehalt. Aber wenn man es richtig macht und den Zuckeranteil im Auge behält, dann sind die Sorgen deutlich geringer. Zu viel Zucker erschwert nicht nur den Gewichtsverlust, sondern kann auch zu Spitzen beim Blutzucker führen. Deshalb sollten Kirschen, Trauben, Orangen, Äpfel oder Ananas nicht die Basis des Saftes bilden, sondern gezielt als geschmackliche Ergänzung verwendet werden.
- Trinke ein bis zwei Mal täglich frisch gepresste Säfte. Achte beim Obstsaft darauf, dass der Gemüseanteil den Obstanteil übersteigt. Ideal ist ungefähr 70 % Gemüse und 30 % Obst. Du kannst auch reine Gemüsesäfte trinken.
- Konsumiere zum Saft ein paar Nüsse. Das darin enthaltene Fett kann die Aufnahme fettlöslicher Pflanzenstoffe und Vitamine unterstützen. Außerdem sorgen Nüsse durch Fett, Eiweiß und Ballaststoffe für mehr Sättigung und einen moderateren Anstieg des Blutzuckerspiegels.
- Verwende entzündungsbewusste Gemüsesorten, Früchte und Gewürze. Besonders spannend sind Rote Bete, Karotten, Sellerie, Gurke, Fenchel, grüner Apfel, Grünkohl/Kale, Zitrone, Ananas, Sauerkirschen und Tomaten. Ingwer kann die Symptome einer Osteoarthritis reduzieren. Ingwer-Shots kannst du übrigens im Mixer oder Slow Juicer ganz einfach selber machen. Auch Kurkuma, Zimt und Chili sind interessante Gewürze für eine pflanzenbetonte Ernährung. Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen, Beerenobst, dunkelgrüne Blattgemüse und Wildkräuter liefern ebenfalls wertvolle Pflanzenstoffe.
- Beobachte, wie dein Körper auf bestimmte Obst- und Gemüsesorten und Gewürze reagiert. Nachtschattengewächse wie Tomaten oder Paprika führen bei einigen Menschen subjektiv zu einer Verschlechterung der Beschwerden, während andere sie sehr gut vertragen. Finde heraus, was dir gut tut und was nicht.
- Trinke möglichst frisch gepresste Säfte. Frisch gepresste Säfte schmecken intensiver, haben eine leuchtendere Farbe und enthalten keine unnötigen Zusätze. Flaschensäfte werden zur Haltbarmachung meist erhitzt und sind mit frisch gepressten Säften geschmacklich und qualitativ kaum vergleichbar.
- Benutze wie vom Saft-Papst Dr. Norman W. Walker empfohlen unbedingt einen Slow Juicer und keinen Zentrifugen-Entsafter. Mit einer schonenden Saftpresse hergestellte Säfte schmecken nicht nur besser, sondern haben meist auch eine intensivere Farbe und eine angenehmere Konsistenz. Ein sehr benutzerfreundliches Gerät, bei dem du die Lebensmittel nicht extra klein schneiden musst und das das Pressgut automatisch einzieht, ist der Hurom H320N.
- Reinige das Pressgut mit einer Gemüsebürste. Die meisten Obst- und Gemüsesorten müssen nicht geschält werden, denn viele Nährstoffe befinden sich direkt unterhalb der Schale. Wenn du aufgrund der Arthritis das Obst oder Gemüse nicht gut klein schneiden kannst, suche im Supermarkt oder Bioladen nach vorgeschnittener Ware im Convenience-Bereich der Obst- und Gemüseabteilung.
- Verwende nach Möglichkeit Bio-Obst und Bio-Gemüse, um die Belastung mit unerwünschten Rückständen zu reduzieren und hochwertige Rohware zu verwenden.
- Nutze Säfte, um deinen Körper mit pflanzlichen Nährstoffen zu versorgen. Ernähre dich außer zum Saftfasten – die empfohlene Dauer liegt meist bei 1–3 Tagen – nicht ausschließlich oder überwiegend von Säften, denn Säfte enthalten im Vergleich zu ganzen Früchten und Gemüse nur wenige Ballaststoffe.
Bitte beachte: Säfte können zu Wechselwirkungen mit Medikamenten führen. Grapefruit-Saft ist zum Beispiel bekannt dafür, mit einer Vielzahl an Medikamenten in Wechselwirkung zu stehen. Das Vitamin K, welches vor allem in dunkelgrünem Blattgemüse wie Grünkohl, Spinat oder Römersalat enthalten ist, kann bei bestimmten Blutverdünnern relevant sein. Wenn du Medikamente einnimmst, frage unbedingt deinen Arzt oder Apotheker nach Lebensmitteln, die du vorsichtig oder lieber gar nicht verwenden solltest. Hinweis zu gesundheitsbezogenen Aussagen.
Fazit
Sorge dafür, dass möglichst jede deiner Mahlzeiten reich an Vitalstoffen ist. Reduziere oder meide bei Arthritis am besten stark verarbeitete, sehr süße und frittierte Lebensmittel und setze den Schwerpunkt auf eine pflanzenbetonte Ernährung – idealerweise zumindest über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten. Versuche außerdem, einen möglichst hohen Anteil deiner Mahlzeiten in Form von Rohkost zu dir zu nehmen. Iss am besten täglich einen großen Salat oder Obstsalat und trinke als Ergänzung zu frisch gepressten Gemüsesäften auch Smoothies und grüne Smoothies. Eine solche Ernährung kann dich dabei unterstützen, mehr frische Pflanzenstoffe, mehr Farbe und mehr Vitalität in dein Leben zu bringen.
5 Saftrezepte bei Arthritis – jeweils für ca. 500 ml Saft
Die Saftausbeute hängt immer von Frische, Sorte, Reifegrad und Entsafter ab. Die folgenden Mengen sind auf ca. 500 ml Saft ausgelegt. Falls dein Gemüse sehr trocken ist, gib einfach etwas mehr Gurke, Sellerie oder Karotte dazu.
1. Rubinroter Apfel-Bete-Punsch
Ein kräftiger, farbintensiver Saft mit Roter Bete, Karotte, Zitrone und Ingwer. Ideal für alle, die einen angenehm süß-erdigen Gemüsesaft möchten.
Zutaten für ca. 500 ml Saft
- 2 mittelgroße Rote Beten, ca. 250–300 g
- 4 große Karotten, ca. 350–400 g
- 1 grüner Apfel, ca. 150 g
- ½ Gurke, ca. 150–200 g
- ½ Zitrone, geschält
- 1 kleines Stück Ingwer, ca. 5–10 g
Zubereitung
Alles gründlich waschen. Rote Bete und Karotten je nach Entsafter passend zuschneiden. Zitrone schälen, damit der Saft nicht bitter wird. Alle Zutaten langsam entsaften und direkt frisch genießen.
Geschmack
Erdig, frisch, leicht süß und angenehm scharf durch den Ingwer.

2. Grüner Grünkohl-Sellerie-Saft
Ein grüner, frischer Gemüsesaft mit Gurke, Staudensellerie, Grünkohl und Zitrone. Perfekt, wenn du den Obstanteil niedrig halten möchtest.
Zutaten für ca. 500 ml Saft
- 1 große Gurke, ca. 300–350 g
- 4 Stangen Staudensellerie, ca. 200–250 g
- 2 große Handvoll Grünkohl, ca. 80–100 g
- 1 grüner Apfel, ca. 150 g
- ½ Zitrone, geschält
- 1 kleines Stück Ingwer, ca. 5 g
- optional: ½ Bund Petersilie
Zubereitung
Gurke, Staudensellerie, Grünkohl und Apfel waschen. Zitrone schälen. Blattgemüse am besten zusammen mit saftigem Pressgut wie Gurke, Sellerie oder Apfel entsaften. Direkt trinken.
Geschmack
Grün, frisch, mineralisch und durch Apfel und Zitrone angenehm ausgewogen.

3. Ananas-Fenchel-Frische
Ein sommerlicher Saft mit Ananas, Fenchel, Gurke und Staudensellerie. Fruchtig, aber nicht zu süß – ideal als erfrischender Einstieg in gemüsereiche Säfte.
Zutaten für ca. 500 ml Saft
- ¼ frische Ananas, geschält, ca. 200–250 g Fruchtfleisch
- 1 große Fenchelknolle, ca. 250–300 g
- ½ große Gurke, ca. 200 g
- 2 Stangen Staudensellerie, ca. 120–150 g
- ½ Zitrone, geschält
- optional: 3–5 Blätter frische Minze
Zubereitung
Ananas schälen, Fenchel und Sellerie waschen. Alles passend für den Entsafter zuschneiden. Minze nur sparsam verwenden, da sie sehr aromatisch ist. Alles entsaften und gut umrühren.
Geschmack
Sommerlich, frisch, leicht süß und mit feinem Fenchelaroma.

4. Mediterraner Tomaten-Sellerie-Drink
Ein herzhafter Gemüsesaft für alle, die weniger süße Säfte bevorzugen. Tomate, Sellerie, Gurke und Zitrone ergeben eine frische, fast gazpachoartige Richtung.
Zutaten für ca. 500 ml Saft
- 5 reife Tomaten, ca. 500–600 g
- 2 Stangen Staudensellerie, ca. 120–150 g
- ½ Gurke, ca. 150–200 g
- 2 Karotten, ca. 180–220 g
- ½ Zitrone, geschält
- ¼ Bund Petersilie oder Basilikum
- optional: 1 Prise schwarzer Pfeffer nach dem Entsaften
Zubereitung
Tomaten, Sellerie, Gurke, Karotten und Kräuter waschen. Zitrone schälen. Alles entsaften. Nach dem Pressen mit etwas schwarzem Pfeffer abschmecken.
Geschmack
Herzhaft, frisch, tomatig und angenehm würzig.
Hinweis
Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen. Viele Menschen vertragen sie sehr gut, manche reagieren empfindlich. Beobachte daher, wie dein Körper darauf reagiert.

5. Sauerkirsch-Karotte-Grünkohl-Saft
Ein farbintensiver Saft mit Sauerkirsche, Karotte, Gurke und Grünkohl. Die Sauerkirsche bringt eine kräftige rote Farbe und eine angenehm säuerliche Fruchtigkeit.
Zutaten für ca. 500 ml Saft
- 200 g Sauerkirschen, entsteint, frisch oder aufgetaut
- 4 große Karotten, ca. 350–400 g
- ½ Gurke, ca. 150–200 g
- 1 große Handvoll Grünkohl, ca. 50–70 g
- ½ Zitrone, geschält
- 1 kleines Stück Ingwer, ca. 5 g
Alternative bei fehlenden frischen Sauerkirschen
Du kannst auch zuerst Karotten, Gurke, Grünkohl, Zitrone und Ingwer entsaften und anschließend ca. 100–150 ml ungesüßten Sauerkirschsaft einrühren. Dann die Menge an Gurke oder Karotten etwas reduzieren, damit du insgesamt bei ca. 500 ml bleibst.
Zubereitung
Sauerkirschen entsteinen bzw. auftauen lassen. Alle Zutaten langsam entsaften. Grünkohl am besten zwischen Karotten und Gurke geben, damit er besser eingezogen wird. Frisch trinken.
Geschmack
Fruchtig-säuerlich, frisch, leicht erdig und durch Ingwer angenehm belebend.

Mehr Farbe, mehr Frische, mehr Pflanzenkraft
Frisch gepresste Säfte sind eine einfache und genussvolle Möglichkeit, mehr Gemüse, Blattgrün, Kräuter und farbintensive Pflanzenstoffe in den Alltag zu bringen. Gerade bei Arthritis kann es sinnvoll sein, die Ernährung bewusst pflanzenbetont, frisch und nährstoffreich zu gestalten.
Am besten verwendest du Säfte als Ergänzung zu einer vollwertigen Ernährung: Iss weiterhin Salate, Gemüsegerichte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und ballaststoffreiche Lebensmittel. Reduziere stark verarbeitete, sehr süße und frittierte Lebensmittel und beobachte, welche Zutaten dir persönlich guttun.
Wenn du bisher wenig Gemüse isst, ist ein frisch gepresster Saft pro Tag ein wunderbarer Anfang. Starte einfach mit einem Rezept, das dir schmeckt – und steigere dann Schritt für Schritt den Gemüseanteil.
Viel Erfolg beim Saftpressen! Berichte uns gerne von deinen Erfahrungen und verrate uns dein Lieblingsrezept für frisch gepresste Gemüsesäfte.
Hallo.
Sehr interesand,da ich auf grund meiner jezt festgestellten Rheuma-Crist, Krankheit, mich in der Ernährung umstellen möchte,und nur den Entsafter vonAicok habe,meine Frage haben diese Säfte mit dem Aicok entsafter
auch die Wirkung, als wenn man Smoothis macht? das Geld für einen Smootie-Entsafter ist im moment nicht vorhandenWelche obst und Gemüse sind bei Rheuma vorteilhaft?? reicht einmal am Tag ein glas ??
danke Piffi